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Weiter zur  Betriebshaftpflicht von Hans-Dieter Thiel Consulting limited, Südlohn

Business Rules Manifest

Die Prinzipien der Business Rules Unabhängigkeit (PDF-Version)

The Business Rules Group 

Artikel 1. Primäre statt sekundäre Anforderungen

1.1. Regeln sind Elemente erster Klasse in der Anforderungs-Welt.

1.2. Regeln sind ein essentieller und eigen-ständiger Teil von Geschäfts- und Technologie-Modellen.

Artikel 2. Separat von Prozessen statt in ihnen enthalten

2.1. Regeln sind explizite Einschränkungen für Verhalten und/oder bieten Unterstützung für Verhalten.

2.2. Regeln sind weder Prozesse noch Prozeduren und sollen auch nicht in diesen enthalten sein.

2.3. Regeln gelten über Prozess- und Prozedur-grenzen hinweg. Es sollte ein einziges, zusammenhängendes Regelwerk für Geschäfts-aktivitäten existieren, das in allen relevanten Bereichen konsistent angewandt wird.

Artikel 3. Bewusstes Wissen statt Nebenprodukt

3.1. Regeln basieren auf Fakten und Fakten basieren auf Konzepten, die durch Begriffe repräsentiert werden.

3.2. Begriffe repräsentieren Geschäftskonzepte; Fakten sind Feststellungen über diese Konzepte; Regeln schränken diese Fakten ein und unterstützen sie.

3.3. Regeln müssen explizit sein. Es dürfen keine impliziten Annahmen über Konzepte oder Fakten als Regeln vorausgesetzt werden.

3.4. Regeln sind die Grundlage dessen, was eine Organisation über sich weiss, d.h. die Grundlage des Geschäftswissens.

3.5. Regeln müssen entwickelt, geschützt und verwaltet werden.

Artikel 4. Deklarativ statt prozedural

4.1. Regeln sollten deklarativ in natürlich-sprachlichen Sätzen für die Fachabteilungen ausgedrückt werden.

4.2. Kann etwas nicht ausgedrückt werden, dann ist es keine Regel.

4.3. Eine Menge von Sätzen ist nur dann deklarativ, wenn damit keine Sequenz impliziert wird.

4.4. Jeder Regel-Satz, der andere Konstrukte als Begriffe und Fakten benötigt, impliziert Annahmen über eine System-Implementation.

4.5. Eine Regel ist etwas anderes als ihre Durchsetzung. Eine Regel und ihre Durch-setzung sind separate Aspekte.

4.6. Regeln sollen unabhängig von den Verantwortlichkeiten (wer, wo, wann, wie) ihrer Durchsetzung formuliert werden.

4.7. Ausnahmen zu Regeln werden durch weitere Regeln ausgedrückt.

Artikel 5. Wohldefinierte Ausdrücke statt ad-hoc Formulierungen

5.1. Geschäftsregeln sollten so formuliert sein, dass sie von den Fachabteilungen auf ihre Korrektheit validiert werden können.

5.2. Geschäftsregeln sollten so formuliert sein, dass sie untereinander auf Konsistenz verifiziert werden können.

5.3. Formale Logik, wie z.B. die Prädikatenlogik, ist das Fundament für die Formulierung von Regeln auf der Basis von Geschäftsbegriffen sowie für die Technologie, welche Geschäfts-regeln implementiert.

Artikel 6. Regel-basierte Architektur statt indirekte Implementation

6.1. Eine Business Rules Applikation ist für die Umsetzung von sich laufend ändernden Geschäftsregeln konzipiert. Die Plattform einer solchen Applikation sollte solche Änderungen unterstützen.

6.2. Geschäftsregeln direkt auszuführen ? z.B. in einer Rule Engine ? ist eine bessere Implementations-Strategie als die Regeln in eine prozedurale Form zu transformieren.

6.3. Ein Business Rules System muss immer in der Lage sein, seine getroffenen Entscheidungen oder ausgelösten Aktionen zu begründen.

6.4. Regeln basieren auf Wahrheitswerten. Wie ein solcher Wahrheitswert bestimmt und aktualisiert wird, bleibt dem Benutzer ver-borgen.6.5. Der Zusammenhang zwischen Regeln und Ereignissen ist im Allgemeinen "viele-zu-viele".

Artikel 7. Regel-gesteuerte Prozesse statt ausnahmebasierte Programmierung

7.1. Regeln definieren die Grenze zwischen akzeptierten und unakzeptierten Geschäfts-aktivitäten.

7.2. Regeln benötigen oft eine selektive Behandlung von festgestellten Regel-Verletzungen. Eine solche Ausnahme-behandlung ist eine Aktivität wie jede andere.

7.3. Zum Erreichen einer maximalen Konsistenz und Wiederverwendbarkeit soll die Bearbeitung von unakzeptierten Geschäftsaktivitäten von akzeptierten Geschäftsaktivitäten trennbar sein.

Artikel 8. Für das Geschäft statt für die Technologie

8.1. Regeln betreffen Geschäftspraktiken und -richtlinien; daher sind Geschäftsregeln durch Geschäftsziele motiviert und durch verschiedene Einflüsse gestaltet.

8.2. Regeln sollen die Fachabteilungen immer etwas kosten.

8.3. Die Kosten für die Durchsetzung von Geschäftsregeln müssen sowohl gegenüber Geschäftsrisiken abgewogen werden als auch gegenüber Geschäftschancen, die sonst verpasst würden.

8.4. "Mehr Regeln" ist nicht besser. Üblicherweise sind wenige "gute Regeln" besser.

8.5. Ein effektives System basiert auf einer kleinen Anzahl Regeln. Zusätzliche, differenzierende Regeln können später hinzugefügt werden, womit das System "smarter" wird.

Artikel 9. Von, durch und für das Personal der Fachabteilungen statt der IT

9.1. Regeln sollen von den Leuten der Fach-abteilungen stammen, die Wissensträger sind.

9.2. Fachabteilungen sollen Werkzeuge zur Verfügung haben, die sie bei der Formulierung, Validierung und Verwaltung von Geschäfts-regeln unterstützen.

9.3. Fachabteilungen sollen Werkzeuge zur Verfügung haben, die ihnen bei der Verifikation der Konsistenz von Geschäftsregeln unter-einander Hilfe bieten.

Artikel 10. Verwaltung von Geschäftslogik statt Hardware/Software Plattformen

10.1. Regeln sind ein vitales Gut einer Organisation.10.2. Langfristig sind Geschäftsregeln wichtiger für eine Organisation als Hardware-/Software-Plattformen.

10.3. Geschäftsregeln sollten so organisiert und verwaltet werden, dass sie sich einfach auf neue Hardware-/ Software-Plattformen migrieren lassen.

10.4. Regeln, sowie die Fähigkeit diese effektiv zu ändern, sind fundamental für die Verbesserung der Anpassungsfähigkeit einer Organisation. 

Copyright

Copyright, 2004. Business Rules Group. Version 2.0, 1. November 2003. Editor Ronald G. Ross. www.BusinessRulesGroup.org
Übersetzung: M. Schacher, KnowGravity Inc., © 2004
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